![]() Bri Wallachek: Acylic on canvas, 1998 |
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| Bri Wallachek: 15. Januar, 1998 in Winnenden | |||
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Zwischen Licht und Erde findet Leben statt.
Erde sowie Licht sind Symbol für geboren erden und sterben.
Im geboren werden - im Entstehen und im Sterben - im Vergehen findet sein und werden statt.
In der Spanne dazwischen, im inzwischen, finden sein und werden einen real gewordenen Zustand, genannt das Leben.
Es scheint wie eine Analogie. Das Leben wird zum real gewordenen Gleichnis, für das, was immerfort geschieht - sein und werden.
Und werden ist nicht das erreichen eines Zieles, sondern die veränderte Form des sein.
Man könnte meinen, dieses erlebbare Gleichnis würde es uns Menschen begreiflich machen, in welchem Prozeß wir uns befinden. Das Gegenteil ist der Fall. Täglich werden es mehr Menschen auf diesem Erdball, so reproduzieren wir uns fast verzweifelt, so wie die sterbende Fichte eine Unzahl Zapfen abwirft. Es scheint uns nicht zu helfen. Wir erkennen nicht, daß wir selbst immerwährendes sein und werden sind.
Wir suchen nach einem unbedingten Sinn und Ziel, welches uns als einzelnen erhalten, verewigen möge. (Mir kommt da die Idee vom Endsieg, und ich verstehen unsere Anfälligkeit für solche Ideen).
Wir wollen im Leben ein Endziel erreichen und schaffen es nie.
Und keiner von uns wüßte von einem der dieses Ziel erreicht hätte. Denn jedes erlangte Ziel fordert ein danach heraus.
Ein - und jetzt ?
Wir alle wissen wo erreichen eines Zieles, es wird ein danach geben. Wir alle wissen, nach erreichen eines solchen Zieles werden wir nicht sterben.
Werden wir auch nicht sterben wollen. Wir wissen es und können zugleich nicht darüber nachdenken.
Jeder sagt: Das Leben ist kurz.
Jeder sagt: Je älter man wird, je schneller rinnt die Zeit.
Jedoch scheint das leben nicht kurz genug zu sein um zu erkennen: Es ist eine sein und werden (beim Samenkorn fällt das schon leichter).
Die unter uns, die Menschen in sich tragen, welche längst gestorben sind. Auch wir können nicht begreifen, daß dieser Tote ein sein hat, obwohl er noch immer in uns ist. Wir begreifen nicht, daß dieses nicht mehr sein eines uns nahen Menschen, voller Tiefe und Nähe ist.
Wir begreifen nicht, daß wir Angst vor diesem Nichts haben, wo wir doch das Gegenteil erleben (und empfinden macht erleben doch aus).
Die Fülle des Nichts.
Es bleibt dabei: Wir haben Angst davor.
(Und Eckehart sagt: All unser Wesen liegt in nichts als in einem Zunichtewerden.)
Und nicht müde werdend im Erschaffen von Bewußtseinsmachendem, und wir Menschen selbst sind ja Bewußtsein an sich, dieses Bewußtsein ist unser stolz, erschaffen Zyklen, die uns verstehend, seinend machen sollen oder könnten.
Die Kunst will soll und kann uns gegenwärtig machen.
Im Erleben von Kunst machen wir halt. Wir verharren und treten in einen Dialog mit uns selbst, mit dem Leben, dem sein.
Kunst ist Kommunikation. Ich nehme Kunst auf und trete in einen aktiven Prozeß mit mir selbst.
Ein Kunstwerk spricht mich an.
So sagt man, wenn es in einem selbst zu sprechen beginnt. Es geschieht in mir, mit mir. Bevor oder ohne, daß ich mit einem anderen Sprache formulieren muß.
Es ist der selbe Prozeß, der im Künstler geschieht. Es spricht. Und der Künstler geht dieser Sprache genauso nach, wie der Betrachter. Es gibt keinen Produzenten und einen Konsumenten. Künstler und Kunstbetrachter, beide sind Kommunikation. Wir treten aus dem Leben heraus und erleben das sein in uns selbst. Wir haben die Möglichkeit uns aus unserem kleinen Stückwerk zu lösen und für Momente ganz oder nichts zu sein.
Und was war das jetzt, dieses sprachliche Intermezzo.
Monolog? Dialog?
Die Frage was wollte ich mit all dem sagen, kann ich ihnen nur beantworten mit einem herzlichen tiefen Nichts. | |||
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