Sterben-malen-Freude gleich Raum
Wenn wir Bilder anschauen, schauen wir nicht einfach, sondern reagieren auf bestimmte Weise auf die Werke.
Sie machen uns fröhlich oder traurig, im Frieden mit uns Selbst oder deprimiert.
Ein Werk kann Sehnsucht, Hilflosigkeit, Angriffslust oder Reue hervorrufen.
Der Grund für die Realtion läßt sich nicht im Werk selbst finden. Ein Künstler ist nicht auf eine bestimmte
Reaktion vorbereitet und kann es nicht sein. Er folgt seiner Eingebung.
Kunstwerke sind nicht mit Abischt ausgedacht. Die Reaktion hängt vom Zustand des Betrachters ab.
Gedanken:
In der Zeit als ich auf dem Tuch malte, hielt ich drei Nächte in der Woche Nachtwache bei einem Sterbenden.
Es war das erste mal für mich.
Nachts zu wachen, mein Gegenüber aufmerksam beobachtend, läßt für mich ein anderes Zeitgefühl entstehen.
Morgens habe ich geschlafen. nachmittags bin ich in mein Atelier gegangen und habe auf dem Tuch weiter gemalt.
Immer nur eine Hälfte bemalend, die andere Hälfte war eingeschlagen auf Platzmange.
Warten....(Ei-Öl-Tempra trocknet langsam).
In meinem Atelier konnte ich das Tuch nie im ganzen sehen.
Diese nächtliche Sitzwache hat meine Wahrnehmung verändert.
Ich spürte verschiedene Ängste beim Wachen und malen in mir. Als ich diese Ängst entdeckte,
wollte ich sie nicht zulassen.
Doch das Malen lies mich diese Ängste überwinden.
Lebensfreude und Raum entstanden beim Wachen und Malen und jetzt weis ich das der Sterbende mein Lehrer ist.
im Februar 1999
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UTE RENZ
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Biography/Lebenslauf
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