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Frederick D. Bunsen

by Phillip John


Berlin, 2011

Frederick Daniel Bunsens Malerei steht in der Tradition einer informellen Bildsprache, welche die Zeichen des Pinselstrichs mit deren Auflösung verbindet. Die Wirkung der kontrastreichen Zeichensetzung in Rot und Schwarz wird in Hommage á Tápies durch einen dünn- flüssigen Farbauftrag von aquarellhaftem Charakter aufgehoben. Stilistisch erinnert Bunsens Werk an so unterschiedliche Vertreter des Informel wie Wols, Hans Hartung, Fred Thieler oder Cy Twombly. Die Essenz, welche Bunsen aus diesen Vorbildern für sich zieht, ist eine gestisch bewegte Abstraktion im Übergang zu skripturalen Zeichen und Betonung der Vergänglichkeit individueller Poesien. Der Titel Hommage á Tápies verweist explizit auf den spanischen Maler Antonio Tápies (* 1923), der mit sgraffitihaften informellen Bildzeichen auf erdigen Malgründen bekannt wurde. Bunsen übersetzt den elegisch-dunklen Ton von Tápies in eine gleichsam schwerelose, transparente Bildsprache, ohne jedoch eine mögliche Lesbarkeit der Zeichen ganz aufzugeben.
John, Phillip, in: Bilder über Bilder, Daimler Art Collection, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2011, 65.

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